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Kirmanşah
Andere Namen: Karmîsîn, Kirmanşahan
Kirmanşah (Karmîsîn/Kirmanşahan) ist eine Stadt im Westen Irans, die in der historischen Region Cibal (Irak-ı Acem) liegt und sowohl in antiken als auch in islamischen Quellen erwähnt wird. In den Quellen wird festgehalten, dass die Stadt zur Zeit der Sasaniden gegründet wurde (Band 4, S. 113).
Antike und Behistun
Die Bedeutung der Stadt in der Antike wird durch die nahegelegene Behistun (Bisotun)-Inschrift hervorgehoben. Diese Keilschriftinschrift, die in heroischer Sprache den Thronbesteigungsprozess des persischen Königs Darius I., die Aufstände gegen die Perser und die Eroberungen der damaligen Zeit beschreibt, befindet sich am Behistun-Berg in der Nähe der iranischen Stadt Kirmanşah. Die in drei Sprachen – Altpersisch, Elamisch und Babylonisch – verfasste Inschrift gilt als eines der wichtigsten Dokumente des Persischen Reiches (Band 1, S. 63).
Quellen der islamischen Periode
In der geografischen Literatur der islamischen Periode zählt Yâkūt el-Hamevî in seiner großen geografischen Enzyklopädie Muʿcemü'l-büldân die Region Karmîsîn (Kirmanşah) zu den Orten, die er besucht und deren reiche Bibliotheksbestände er genutzt hat; in diesem Zusammenhang wird die Stadt zusammen mit Hakkâri, Hulvân, Erbil, Nihavend und Şehrezor erwähnt (Band 2, S. 26).
Kurdische Dynastien
Die politische Geschichte der Stadt war im 4.-5./10.-11. Jahrhundert Schauplatz des Kampfes um die Vorherrschaft kurdischer Dynastien in der Region. Kirmanşah befand sich eine Zeit lang in den Händen der Hasanveyhî-Kurden. Der Annâzî-Herrscher Ebü'ş-Şevk, nutzte die durch verwandtschaftliche Bindungen geschaffene Friedensatmosphäre aus, tötete Tâhir b. Hilâl in einem plötzlichen Angriff und eroberte alle Gebiete der Hasanveyh, insbesondere Kirmanşah. Die immer stärker werdende Armee von Ebü'ş-Şevk besiegte den Büveyhiden-Herrscher von Hemedan, Şemsüddevle, in Kirmanşah; im Jahr 420/1029 gelang es ihr, die Oghusen-Türken, die Dînever und Esedabad belagerten, aufzuhalten. In dieser Zeit erreichten die Annâzî ihre Machtspitze (Band 1, S. 141, 142).
Geografie und Kurdistan
Aufgrund ihrer geografischen Lage bilden Kirmanşah und Nihavend die Nordgrenze der Region Loristan; diese Region, die inmitten des Zagros-Gebirges liegt, ist im Osten von Isfahan und der Provinz Fars umgeben (Band 2, S. 56). In der von den Geografen der Mamlukenzeit beschriebenen Darstellung Kurdistans wird Kirmanşah zusammen mit den Provinzen Bahteran und Kürdîstan (Senendec) sowie den westlichen Teilen der Provinz Hemedan genannt (Band 2, S. 55). Die Stadt wird in den Quellen als eine der ersten genannt, die einem in den Sinn kommt, wenn es um Städte geht, in denen Kurden leben, zusammen mit Orten wie Şehrezor, Urumiye, Hoy, Salmas und Erbil (Band 2, S. 115). Es wird festgehalten, dass der Stamm der Goran (Goraniye) nördlich der Hauptstraße lebt, die Kirmanşah mit der irakischen Grenze verbindet (Band 2, S. 108).
In der spätosmanischen Presse wird Kirmanşah als Zentrum der iranischen Provinz Kurdistan (Erdelan) vorgestellt; es wird erwähnt, dass die Kurden in der Umgebung der Provinz eine große Anzahl von Schafen halten (Band 4, S. 113).
In einem anderen geografischen Werk wird festgehalten, dass das Land, in dem sich die Stadt befindet, die als Zentrum der Provinz Erdelan oder Kurdistan gezeigt wird, gebirgig ist und die Mehrheit seiner Bewohner aus nomadischen kurdischen Stämmen besteht (Band 4, S. 136). Nach den Daten der damaligen Zeit wurde die Stadt Kirmanşah mit 20.000 Einwohnern als Zentrum Kurdistans ausgewiesen (Band 4, S. 93).
Quellen
Band 1: Weqfa Ban — Cilt 1 (2023)
Autoren: Muhammet Yücel, Abdurrahman Acar, Nevzat Keleş, Hakan Can, Yusuf Baluken, Bedrettin Basuğuy
Seiten: , ,
Band 2: Weqfa Ban — Cilt 2 (2023)
Autoren: İbrahim İbrahimî, Hakan Can
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Band 4: Weqfa Ban — Cilt 4 (2022)
Autoren: Yasemin Aygün, Şeyhmus Bingül, Maşallah Bingöl
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Die Quellen stammen aus der Reihe „Kürt Tarihinin Kaynakları“ (Quellen der kurdischen Geschichte). Reihenherausgeber: Nurettin Beltekin, Serdar Şengül, Ercan Çağlayan.
Verwandte Einträge
Dieser Artikel wurde aus Fragen an unser Archiv zusammengestellt und von einem Fachakademiker geprüft und freigegeben. Alle Angaben sind mit Band und Seite belegt.