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Gordyene
Andere Namen: Kardukhia, Corduene, Gordyaene, Korduene
Gordyene ist eine historische Geographie, in der die Kurden gelebt haben sollen und die in antiken griechischen und lateinischen Quellen zusammen mit den Namen Kardukhia und Corduene (Carduene) erwähnt wird; in den Quellen wird sie oft neben Namen benachbarter Regionen wie Arzanene und Adiyabene genannt (Band 1, S. 17).
Benennung und Diskussionen
In Quellen, die sich mit der vorislamischen kurdischen Geschichte befassen, wird diese Region nicht isoliert betrachtet; sie wird als Ganzes mit den historischen Geographien von Mardia, Media, Kardukhia (Corduene/Gordyene), Adiyabene und sogar Armenia gelesen; diese Geographien sind für die Kurden sowohl historisch als auch soziokulturell von Bedeutung (Band 1, S. 20). Es ist jedoch umstritten, inwieweit ähnliche und parallele Bezeichnungen wie Med, Kardukhia, Corduene, Qardu (Beth Qardu), Korduk, Kordrik und Korçeyk, die in vorislamischen Quellen vorkommen, mit den Kurden in Verbindung stehen; es wird als falsche Methode angesehen, sich von der Anziehungskraft homophoner Wörter zum Wort "Kürt" (Kurde) verleiten zu lassen und direkte Schlussfolgerungen zu ziehen (Band 1, S. 17). Tatsächlich gibt es in der Literatur auch eine Diskussion darüber, dass die Kyrtier und die Kardukhier ethnisch unterschiedliche Gruppen sind (Band 1, S. 20). Die korrekte Analyse dieser Bezeichnungen gehört zu den grundlegenden Problemen, mit denen Forscher konfrontiert sind, die versuchen, die frühe kurdische Geschichte zu schreiben; an diesem Punkt sind auch armenische Quellen von großer Bedeutung (Band 1, S. 22).
Geographische Lage
In der Literatur finden sich Analysen, dass der oder die in der Region lebenden Stämme die Vorfahren der antiken Kurden waren, und Quellen, die dieses Volk beschreiben, lokalisieren es grob östlich und nordöstlich des Van-Sees (Band 1, S. 20). Siedlungen und Routen um die Flüsse Tigris sowie Großer und Kleiner Zap gehören zu den Quellen, die die historische Geographie der Region beleuchten (Band 1, S. 30).
Antike griechische und römische Quellen
Die wichtigsten antiken Referenzen zur Region stammen von griechischen und römischen Autoren. Strabon von Amaseia (64 v. Chr. – 19 n. Chr.) verfasste sein Werk Geographika auf Griechisch (Band 1, S. 30); in diesem Werk erwähnt er, dass die Eretrier von den Persern deportiert und in Gordyene angesiedelt wurden, wobei diese Information nur bei Strabon vorkommt und in keiner anderen Quelle zu finden ist (Band 1, S. 31). Plutarch (46–120 n. Chr.), bekannt für seine vergleichenden Biographien, gehört ebenfalls zu den Autoren, die die Region erwähnen (Band 1, S. 32); in dem Abschnitt, in dem er Lucullus beschreibt, wird Gordyene erneut thematisiert, und hier finden sich Details zu Gordyene und den Mardern, die in anderen Quellen nicht vorkommen (Band 1, S. 33). Ebenfalls in diesem Abschnitt wird berichtet, dass in der Armee des Tigranes, der den Murat Nehri (Arsania) überquerte und gegen die römische Armee kämpfte, iberische Speerträger und mardische Bogenschützen stationiert waren (Band 1, S. 33).
Armenische Quellen und Kontinuität
Angesichts der Bezeichnungen Gordyaene, Corduene/Carduene, die in der Römerzeit für dieselbe oder eine nahegelegene Geographie verwendet wurden, zeigt sich eine historische Kontinuität zwischen Kardukhia und Gordyene (Band 1, S. 26). In armenischen Quellen hingegen wird die Region unter den Namen Korçeyk, Korduk und Kordrik erwähnt; diese Namen sind die armenische Version von Gordyene oder Korduene in lateinischen/griechischen Quellen. Diesen Quellen zufolge ist Korçeyk, das östlich von Mokk/Miks (Bahçesaray) liegt; die Regionen Korduk sowie Ober-, Mittel- und Unter-Kordrik umfasst; ein etwas umfassenderes Gegenstück zu Kardukhia und Corduene in klassischen Quellen, das sich nach Norden und Osten erstreckt (Band 1, S. 80).
Quellen
Band 1: Weqfa Ban — Cilt 1 (2023)
Autoren: Muhammet Yücel, Abdurrahman Acar, Nevzat Keleş, Hakan Can, Yusuf Baluken, Bedrettin Basuğuy
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Die Quellen stammen aus der Reihe „Kürt Tarihinin Kaynakları“ (Quellen der kurdischen Geschichte). Reihenherausgeber: Nurettin Beltekin, Serdar Şengül, Ercan Çağlayan.
Verwandte Einträge
Dieser Artikel wurde aus Fragen an unser Archiv zusammengestellt und von einem Fachakademiker geprüft und freigegeben. Alle Angaben sind mit Band und Seite belegt.