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Mardiler
Andere Namen: Mardlar, Amardiler
Die Mardier (Mardlar / Amardier) sind ein Volk, das in antiken und klassischen Quellen mit den Kurden in Verbindung gebracht wird und sich durch seine Kriegermentalität und seinen an die Berggeographie gebundenen Lebensstil auszeichnet. In den Quellen werden sie zeitweise mit verschiedenen geografischen Gebieten wie der Region Hyrcania, den Grenzen der Berge von Media und Armenia sowie dem Inneren Armeniens in Verbindung gebracht.
Erste Erwähnungen in den Quellen
Die erste Quelle, die das Volk zusammen mit einer bestimmten Geographie erwähnt, ist Strabon. Strabon bezeichnet diese Gruppe namens Mardlar/Amardier als einen persischen Stamm und bringt sie zunächst zusammen mit den Anariakern mit der Region Hyrcania in Verbindung (11.6.1-2); im weiteren Verlauf desselben Abschnitts erwähnt er die Amardier, die an den Grenzen der Berge von Media und Armenia leben, zusammen mit Völkern wie den Gelae, Cadusii, Vitii und Anariake (11.6.4-7) (Band 1, S. 31). Diodorus wiederum erwähnt die Mardier und Cossaeier in der Region Hyrcania; in der Bibliotheke Historike berichtet er, dass das Volk der Mardier im Süden und Südwesten der Region ansässig war und zusammen mit den Cossaeiern Feindseligkeit gegenüber den Makedoniern/der Armee Alexanders des Großen hegte. Diodorus erwähnt auch, dass die Mardier und Cossaeier, die sich durch ihren Mut und ihre Kriegermentalität im Vergleich zu anderen lokalen Elementen auszeichneten, in einem Gefecht gegen die Makedonier die Oberhand gewannen (17.59.1-5); er schreibt, dass die Armee Alexanders des Großen, die auf Mardi-Einheiten traf, die in der Armee des persischen Königs Darius III. dienten, diese in abgelegene Bergregionen vertrieb (Band 1, S. 29).
In den persischen und römischen Armeen
Die Präsenz der Mardier in der persischen Armee wird auch in anderen Quellen erwähnt. Curtius berichtet, dass in der persischen Armee Perser, Mardier und Sogdianer unter dem Kommando zweier Anführer standen (4.12.7), und schreibt, dass Alexander der Große die Mardier angriff, nachdem er ins Innere Persiens vorgedrungen war. Curtius liefert auch wichtige Details über das tägliche Leben der Mardier: Die Mardier hatten eine völlig andere Kultur als die Perser, lebten in künstlichen Höhlen in den Bergen, ernährten sich hauptsächlich von Fleisch und ihre Frauen trugen offenes Haar (Band 1, S. 46). Mardi-Krieger dienten nicht nur auf persischer Seite, sondern auch in Armeen, die gegen Rom kämpften; es wird berichtet, dass in der Armee des Tigranes, die den Murat Nehri (Arsania) überquerte und gegen die römische Armee kämpfte, neben einer iberischen Speereinheit auch Mardi-Bogenschützen stationiert waren (31.5) (Band 1, S. 33).
Berge und Räuberei
Eine markante Eigenschaft der Mardier in den Quellen ist, dass sie die Berge als Zufluchtsort nutzten und mit Räuberei in Verbindung gebracht wurden. Arrianus berichtet, ähnlich wie Diodorus, dass die Mardier in der Nähe der Perser lebten; er schreibt, dass sie nach dem Verschwinden der feindlichen Gefahr zu ihrem normalen Leben zurückkehrten und sich von Räuberei ernährten (Ind. 40.5) (Band 1, S. 34). Tacitus zeichnet in den Annales ein ähnliches Bild: Als der römische General Corbulo im Jahr 59 n. Chr. Gebiete wie Artaxata und Tigranokert in Armenia eroberte und Gewalt gegen lokale Elemente anwandte, die ihm in den Weg kamen, evakuierte die lokale Bevölkerung ihre Dörfer und suchte Zuflucht in den Hochgebirgen und Höhlen, woraufhin die römische Armee diese Höhlen in Brand setzte. Die Mardier, die laut Tacitus "Räuberei" betrieben, erlitten ein ähnliches Schicksal; der Überlieferung zufolge kontrollierte das Volk der Mardier einige Gebiete in Armenia (14.23.3) (Band 1, S. 48).
Quellen
Band 1: Weqfa Ban — Cilt 1 (2023)
Autoren: Muhammet Yücel, Abdurrahman Acar, Nevzat Keleş, Hakan Can, Yusuf Baluken, Bedrettin Basuğuy
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Die Quellen stammen aus der Reihe „Kürt Tarihinin Kaynakları“ (Quellen der kurdischen Geschichte). Reihenherausgeber: Nurettin Beltekin, Serdar Şengül, Ercan Çağlayan.
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Dieser Artikel wurde aus Fragen an unser Archiv zusammengestellt und von einem Fachakademiker geprüft und freigegeben. Alle Angaben sind mit Band und Seite belegt.