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Meyyâfârikîn
Meyyâfârikîn ist eine historische Stadt in Obermesopotamien, gelegen in der Region Diyarbekir. Im Mittelalter war sie die Hauptstadt der Mervânî-Dynastie und bildete zusammen mit den umliegenden Âmid und Cizre das politische und kulturelle Zentrum der Dynastie.
Geschichte und Gründung
Die Stadt hat eine tief verwurzelte Geschichte. Der Historiker İbnu'l-Ezrak fasst die Geschichte der Stadt wie folgt zusammen, während er den Grund für das Verfassen seines Werkes Târihu Meyyâfârikîn erklärt: Er beabsichtigt, die Ereignisse von der Gründung der Stadt und wer sie zuerst zu gründen begann, über ihren Übergang von römischer Herrschaft zu persischer Herrschaft, bis zu ihrer Rückeroberung durch die Römer und ihrem Verbleib unter römischer Herrschaft bis zur Eroberung durch die Muslime im Jahr 18 H. zu erzählen. Im selben Werk gibt er an, dass er behandeln wird, wer Meyyâfârikîn während der Zeit der Umayyaden- und Abbasiden-Kalifen unter welchem Kalifen regierte, und wer die Stadt nach ihrer Trennung von der Kalifenherrschaft und ihrer Unabhängigkeit bis zum Jahr 572 H. regierte (Band 1, S. 133).
Die Mervânî-Periode
Die Stadt erlangte ihre eigentliche Bedeutung während der Zeit des Mervânî-Staates. Ebû Ali el-Hasan b. Mervân, der als eigentlicher Gründer des Mervânî-Staates gelten kann, wurde am 4. Dhū l-qaʿda 387 (8. November 997) getötet, als er durch das Bâbu'l-Mâ (Tigris-Tor) in die Stadt Amid eintrat (Band 1, S. 130). Während der Mervânî-Periode wurden neben Meyyâfârikîn auch Âmid und Cizre entwickelt und verschönert; Nasruddevle ließ neben Häusern für die Mitglieder der Dynastie auch öffentliche Einrichtungen wie Gärten, Wasserräder, Kanäle, eine Moschee, einen Uhrturm, eine Karawanserei, ein Hamam, ein Bimaristan und Brücken errichten, ließ viele Türme in den Mauern von Âmid, der anderen Stadt der Mervânî, wiederaufbauen und reparieren und fügte dort eine kleine Moschee hinzu, und ließ auch Reparaturen an den Mauern von Cizre durchführen (Band 1, S. 131).
Die Mervânî traten in enge Beziehungen zu den Seldschuken, die zum neuen und entscheidenden politischen Akteur der Region wurden, und begannen, ihre gesamte Politik auf sie auszurichten (Band 1, S. 131). Im Krieg zwischen Alparslan und dem byzantinischen Kaiser im Dhū l-Hiddscha 463 / August 1071 stand die Mervânî-Armee an der Seite Alparslans und ging als Sieger aus der Schlacht hervor; doch infolge der Ernennung eigener Gouverneure durch Alparslan in Ahlât und Malazgirt bei seiner Rückkehr, fielen diese beiden wichtigen Städte aus der Mervânî-Verwaltung. Obwohl unter der Herrschaft von Nizâmeddîn der Wohlstand der Region seinen Höhepunkt erreichte, änderte sich das Schicksal der Region mit dem Untergang der Mervânî, und das Niveau an Frieden und Wohlstand sank allmählich (Band 1, S. 132).
Wissenschaft und Quellen
Meyyâfârikîn war auch ein wichtiges Zentrum für Wissenschaft und Geschichtsschreibung. Die wertvollste Quelle für die Geschichte der Stadt ist das oben erwähnte Werk Târihu Meyyâfârikîn des Historikers İbnu'l-Ezrak; dieses Werk ist eine der wichtigsten Quellen sowohl für die Stadt als auch für die Mervânî und İbnu'l-Ezrak hat auch den Untergang des Mervânî-Staates unter der Herrschaft von Nâsıruddevle Mansûr, der nach Nizâmeddîn kam, durch die Seldschuken festgehalten (Band 1, S. 132). Meyyâfârikîn war in späteren Perioden Teil eines großen Mervânî-Kulturraums, in dem Reisende in ehemaligen Mervânî-Städten wie Bidlis, Duneyser, Erzen und Mardin Gelehrte aus der Mervânî-Zeit trafen und Informationen sammelten (Band 1, S. 136).
Quellen
Band 1: Weqfa Ban — Cilt 1 (2023)
Autoren: Muhammet Yücel, Abdurrahman Acar, Nevzat Keleş, Hakan Can, Yusuf Baluken, Bedrettin Basuğuy
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Die Quellen stammen aus der Reihe „Kürt Tarihinin Kaynakları“ (Quellen der kurdischen Geschichte). Reihenherausgeber: Nurettin Beltekin, Serdar Şengül, Ercan Çağlayan.
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