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Taberî
Andere Namen: Ebû Ca'fer Muhammed b. Cerîr b. Yezîd el-Âmülî et-Taberî el-Bağdâdî, İbn Cerir et-Taberî, Ebû Ca'fer
Taberî (Ebû Ca'fer Muhammed b. Cerîr b. Yezîd el-Âmülî et-Taberî el-Bağdâdî) ist ein Historiker, der im 9.-10. Jahrhundert lebte und zu den Gründervätern der islamischen Geschichtsschreibung zählt. Sein bekanntestes Werk ist Târîhü'l-Ümem ve'l-Mülûk (Târîhü't-Taberî), das die Weltgeschichte vom ersten Menschen bis zu seiner eigenen Zeit erzählt.
Leben
Taberî wurde Ende des Jahres 224 n.H. (839 n. Chr.) oder Anfang des Jahres 225 n.H. in Âmül, dem Zentrum der Region Taberîstan südlich des Kaspischen Meeres, geboren. Er schloss seine Studien in den islamischen Wissenschaften bei bekannten Gelehrten seiner Zeit in verschiedenen Städten des Iran und des Irak ab; im Jahr 253 n.H. (868 n. Chr.) zog er in die ägyptische Hauptstadt Fustat und kehrte nach einem dreijährigen Aufenthalt im Jahr 256 n.H. (871 n. Chr.) nach Bagdad zurück. Taberî, der mehr als fünfzig Jahre seines Lebens in Bagdad verbrachte, lehnte offizielle Ämter ab, die ihm von den abbasidischen Kalifen und Wesiren angeboten wurden, und nahm auch keine ihrer Geschenke und Belohnungen an, sondern blieb in wissenschaftlichen Kreisen. Obwohl er unverheiratet war, starb Taberî, bekannt unter dem Beinamen Ebû Ca'fer, im Alter von vierundachtzig Jahren im Jahr 310 n.H. / 923 n. Chr. in Bagdad (Band 1, S. 93).
Überlieferungen über die Kurden
Taberî hat eine besondere Bedeutung für die Quellen der kurdischen Geschichte; denn er ist der erste Historiker, der das Wort „Kürt“ in der Bedeutung einer ethnischen Eigenschaft sesshafter Gemeinschaften verwendete. Taberî, der sein Werk im 3. Jahrhundert n.H. / 9. Jahrhundert n. Chr. verfasste, gehört zu den frühen Autoren, die das Wort „Kürt“ in dieser ethnischen Bedeutung verwendeten. In seinem Târîh sind zahlreiche Überlieferungen zu verschiedenen Themen über die Kurden enthalten: Während neunundzwanzig Überlieferungen über kurdische Städte in der vorislamischen Zeit überliefert werden, gibt es fünfzehn Überlieferungen, in denen das Wort „Kürt“ (el-Kürdî) und/oder dessen Plural „Ekrad“ vorkommt. Taberî verwendete das Wort „Ekrad“ als Namen eines Volkes/einer Nation fünfundfünfzig Mal in seinem Werk. Der Großteil dieser Verwendungen findet sich in der Erzählung von Ereignissen aus den Jahren 220-270 n.H. / 835-883 n. Chr., d.h. während der Kalifatszeiten von el-Mu'tasım Billâh (gest. 227 n.H. / 842 n. Chr.) und el-Mu'tazid Billâh (gest. 289 n.H. / 902 n. Chr.) (Band 1, S. 94).
Taberîs Târîh diente auch als Quelle für Erzählungen über die Kurden in der vorislamischen Zeit. In seinem Werk findet sich ein Briefwechsel zwischen Pehlevî Erdevan und Sâsânî Erdeşir; in diesem Brief verunglimpft Erdevan den Erdeşir als „Kurden, der in Zelten aufgewachsen ist“. Ähnlich gibt es in einer Erzählung zwischen Perviz, dem Sohn des Sâsânî-Königs Hürmüz, und Behram einen Hinweis auf die Kurden; Taberî überliefert in diesen Berichten Aussagen, dass die persischen Nomaden Kurden waren (Band 2, S. 52). Diese Überlieferungen wurden auch von späteren Geographen und Historikern verfolgt und zitiert.
Einfluss auf die spätere Geschichtsschreibung
Taberîs Werk wurde zu einer der grundlegenden Säulen der späteren Geschichtsschreibung. Sâbit b. Sinân verfasste ein Werk als Ergänzung zu Taberîs Târîh; das Werk Kitâbü't-Târîh des Historikers der Buyidenzeit, Hilâl b. Muhassin es-Sâbî (gest. 448/1056), ist eine Fortsetzung dieser Ergänzung Sinâns und umfasst die Jahre 360-447 (970-1055) (Band 1, S. 144). Auch in der Geographie- und Reiseliteratur nutzte Himyerî bei der Erstellung seines Werkes er-Ravżü'l-Mi'târ fî Haberi'l-Aktâr neben Autoren wie İbn İshâk, İbn Hişâm und Belâzürî auch Taberî (Band 2, S. 46).
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Taberîs Târîhü't-Taberî neben İbnü'l-Esîrs el-Kâmil fi't-Târîh und Şerefhan Bidlîsîs Şerefnâme zu den wichtigsten Werken zählt, die als Grundlage für vergleichende Studien dienen und grundlegende Informationen über die Kurden liefern (Band 2, S. 8).
Quellen
Band 1: Weqfa Ban — Cilt 1 (2023)
Autoren: Muhammet Yücel, Abdurrahman Acar, Nevzat Keleş, Hakan Can, Yusuf Baluken, Bedrettin Basuğuy
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Band 2: Weqfa Ban — Cilt 2 (2023)
Autoren: İbrahim İbrahimî, Hakan Can
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Die Quellen stammen aus der Reihe „Kürt Tarihinin Kaynakları“ (Quellen der kurdischen Geschichte). Reihenherausgeber: Nurettin Beltekin, Serdar Şengül, Ercan Çağlayan.
Verwandte Einträge
Dieser Artikel wurde aus Fragen an unser Archiv zusammengestellt und von einem Fachakademiker geprüft und freigegeben. Alle Angaben sind mit Band und Seite belegt.