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Ekrad
Andere Namen: Kürd, Kurd
Ekrad ist ein pluraler Stammesname, der im klassischen Arabisch „Kurden“ bedeutet; sein Singular ist „Kurd“ und er wurde in frühen islamischen Geschichts- und Geographiequellen weit verbreitet verwendet, um die Kurden, ihre Siedlungsgebiete und Stämme zu beschreiben. Im Arabischen bildet sich das Wort „Kurd“ durch die Aussprache des Buchstabens (ك/Kef) als „Ku“ und die stumme Lesung der Buchstaben (ر/Ra) und (د/Dal); der Plural dieses Ausdrucks ist „Ekrad“ (Band 2, S. 48).
Historischer Hintergrund
Der frühe und häufige Gebrauch des Begriffs in den Quellen hat einen historischen Hintergrund. Während der Eroberung des Irak und des Iran vom Sassanidenreich unter dem Kalifat von Hz. Ömer waren die Kurden eines der Völker, denen die muslimischen Araber begegneten und mit denen sie kämpften; infolge dieser Kriege gerieten die Kurden unter islamische Herrschaft und wurden nach den Arabern ein Volk, das die muslimische Identität kollektiv annahm. Aus diesem Grund enthalten frühe islamische Geschichts- und Geographiebücher viele Informationen über die Kurden, insbesondere über ihre Siedlungsgebiete (Band 1, S. 87). Die besondere Bedeutung, die muslimische Geographen der Vorstellung der Völker, ihrer Ursprünge und Geographien in der islamischen Welt beimaßen, hat diesen Reichtum ebenfalls genährt (Band 2, S. 48).
Vorkommen in den Quellen
Zu den frühesten Beispielen, in denen der Begriff vorkommt, gehört Belazurî; in seinem Werk Fütûhu'l-büldân verwendet er das Wort „Ekrad“ an acht Stellen, wenn er von der Eroberung kurdischer Siedlungen durch die Muslime spricht (Band 1, S. 90; Band 2, S. 11). In Ya'kubîs Kitab et-Tarih, einer knappen allgemeinen Geschichte, finden sich drei Überlieferungen, in denen der Name „Ekrad“ erwähnt wird (Band 1, S. 92).
Geographen haben den Begriff sowohl im Kontext von Bevölkerung als auch von Siedlung behandelt. İstahrî gibt Informationen über die Siedlungsgebiete und Herrscher der von ihm genannten kurdischen Stämme; seinen Angaben zufolge gibt es über fünfhunderttausend kurdische Häuser, und ein Stamm kann zwischen hundert und tausend Reiter stellen (Band 2, S. 17). Yakut el-Hamevî beschreibt in Muʿcemü'l-büldân, das als größte geographische Enzyklopädie gilt, die Städte, Dörfer, Burgen und Klöster, in denen Kurden leben; ihm zufolge sind die Gebiete, in denen Kurden dicht besiedelt sind, Cezîre, Cibal, Ermeniyye und Azerbaycan, sie leben aber auch an Orten wie Fars, Kirman, Horasan und Hûzistan. Hamevî liefert Daten darüber, dass die Kurden im Allgemeinen Landwirtschaft und Viehzucht betreiben, und erwähnt in seinem Werk viele kurdische Stämme und Sippen (Band 2, S. 26; Band 2, S. 27).
Ortsnamen und Verwendungen
Der Name „Ekrad“ ist auch in vielen Ortsnamen verzeichnet. Hısn'ül-Ekrâd (Kurdenburg) wird unter den von Hamevî aufgezählten kurdischen Burgen erwähnt (Band 2, S. 27). Kazvinî spricht in der Region Ran von Bab el-Ekrad (Kurden-Tor), das mit den Kurden in Verbindung steht (Band 2, S. 60). Makdisî erwähnt beim Beschreiben der Städte von Fars Zummu'l-Ekrad, das über Bezirke und einen Fluss verfügt (Band 2, S. 22). In der Nähe von Halep gehört die Harat el-Ekrad (Kurdenviertel) Moschee zu den bekannten Orten (Band 2, S. 33). Himyerî wiederum erwähnt beim Sprechen über Kelar in Taberistan, dass dort die Ekrad-ı Deylem lebten und als mutig und geschickt im Reiten galten (Band 2, S. 46).
Ortsnamen und Verwendungen
Der Begriff findet sich auch in Verwendungen, die sich auf Herkunft und soziale Schicht beziehen. El-Umerî verwendet den Ausdruck „Eşrafu'l-Ekrad“, wenn er von der kurdischen Aristokratie spricht (Band 2, S. 52). Hısn'ül-Ekrad wiederum tritt sowohl als Ortsname als auch als Migrationszentrum hervor; aus den Quellen geht hervor, dass Kurden aufgrund von Kriegs- und Invasionsbedingungen von Hısn'ül-Ekrad nach Bilad-ı Şam migrierten und sich dort niederließen (Band 2, S. 75).
Quellen
Band 1: Weqfa Ban — Cilt 1 (2023)
Autoren: Muhammet Yücel, Abdurrahman Acar, Nevzat Keleş, Hakan Can, Yusuf Baluken, Bedrettin Basuğuy
Seiten: , ,
Band 2: Weqfa Ban — Cilt 2 (2023)
Autoren: İbrahim İbrahimî, Hakan Can
Seiten: , , , , , , , , , ,
Die Quellen stammen aus der Reihe „Kürt Tarihinin Kaynakları“ (Quellen der kurdischen Geschichte). Reihenherausgeber: Nurettin Beltekin, Serdar Şengül, Ercan Çağlayan.
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