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Kazvinî
Andere Namen: Ebu Yahya, İmaduddin, el-Ensarî
Kazvinî (vollständiger Name Zekeriya b. Muhammed b. Mahmud el-Kazvinî) war ein Gelehrter, Qādī und Geograph, der im 7. Jahrhundert H. / 13. Jahrhundert n. Chr. lebte und diesen Beinamen erhielt, weil er in der Stadt Kazvin im Iran geboren wurde (Band 2, S. 27). Er gilt als eine der führenden Persönlichkeiten der islamischen Geographie- und Kosmographie-Tradition und widmet in seinen Werken den von Kurden bewohnten Regionen, Stämmen und Festungen breiten Raum.
Sein Leben und seine Ämter
Kazvinî, geboren im Jahr 600 H. / 1203 n. Chr., ist auch unter den Beinamen "Ebu Yahya" und "Imaduddin" bekannt. Aufgrund seiner Abstammung von Enes b. Malik (gest. 93 H. / 712 n. Chr.), auf dem die malikitische Rechtsschule basiert, wurde ihm der Beiname "el-Ansari" verliehen. Kazvinî, der auch eine Ausbildung in Fiqh (islamisches Recht) erhalten hatte, war während der Herrschaft des letzten Abbasiden-Kalifen el-Mu'tasım Billah (640-656 H. / 1242-1258 n. Chr.) als Qādī in den irakischen Städten Vasit und Hille tätig und blieb in dieser Position, bis Bagdad im Jahr 656 H. / 1258 n. Chr. in die Hände der Mongolen fiel. Nach diesem Datum zog er sich von seinem Amt zurück und widmete sich seinen wissenschaftlichen Schriften, die er bis zu seinem Tod im Jahr 1283 n. Chr. fortsetzte (Band 2, S. 27).
Seine Werke und sein Ruhm
Seinen Ruhm verdankt er größtenteils zwei seiner Bücher. Das erste davon ist ʿAcâibü'l-Mahlûkât wa Ġarâibü'l-Mevcudât im Bereich der Kosmographie, also der Wissenschaft der Beschreibung des Universums; das zweite ist Âsârü'l-Bilâd wa Ahbârü'l-İbad, dessen Thema die deskriptive Geographie und Geschichte ist. Diese beiden Werke erlangten großen Ruhm, da sie wertvolle und neue Informationen enthielten (Band 2, S. 28). Einige Forscher betrachteten Kazvinî als den größten Kosmographen; sein Stil, der verschiedene Wissenschaftszweige für die Massen zugänglich machte, zeichnete sich durch hohe künstlerische Kreativität aus. Aufgrund seiner Bedeutung wurde er sogar mit den berühmten griechischen Historikern Herodotus und Gaius Plinius verglichen (Band 2, S. 28).
In seinem Buch Âsârü'l-Bilâd wa Ahbârü'l-İbad spricht Kazvinî von Anfang an über die Kurden. In den drei von ihm verfassten Vorworten beschreibt er den Menschen als ein soziales Wesen, das von Natur aus nicht allein leben kann; er behandelt den Einfluss von Klima und Geographie auf die menschliche Natur und Entwicklung. Wie die Geographen vor ihm teilte er die Welt in sieben Regionen ein; er vertrat die Ansicht, dass die dritte, vierte und fünfte Region bewohnbar seien, während die anderen entweder extrem kalt oder heiß seien (Band 2, S. 28).
Seine Aufzeichnungen über die Kurden
In seinen Werken finden sich detaillierte Aufzeichnungen über die Geographie, in der die Kurden leben. Er beschreibt die Festung Fenek/Fenik, die sich auf dem Gipfel eines schwer zugänglichen hohen Berges in der Nähe von Cezîretu İbn Ömer befindet; er erzählt, dass diese befestigte Burg seit etwa 300 Jahren in den Händen der Beşneviyye-Kurden ist und dass diese Kurden tapfer und von starkem Stammesgeist sind und diejenigen schützen, die bei ihnen Zuflucht suchen (Band 2, S. 28-29). Wenn er von Loristan und seiner Umgebung spricht, gibt er Informationen darüber, dass die Kurden die Region beherrschten, Fürstentümer besaßen und eigene Anführer und Herrscher hatten (Band 2, S. 57). Des Weiteren erwähnt er Bab el-Ekrad (Kürt Kapısı), das mit den Kurden in der Region Ran (Erran) verbunden ist (Band 2, S. 60).
Kazvinîs geographisches Interesse erstreckt sich über ein weites Gebiet: Er spricht lobend von der Schönheit Khorasans, der Fruchtbarkeit seines Bodens und der Einzigartigkeit seiner Bevölkerung in Bezug auf Aussehen, Charakter, Moral und Frömmigkeit (Band 2, S. 68); er zitiert Überlieferungen anderer über die Nihavend-Berge (Band 2, S. 82); er verfolgt den Verlauf des Tigris über Meyyafarikin und Hısnu Keyfâ (Band 2, S. 85); er gibt Schätzungen zur Größe Ägyptens (Band 2, S. 77). Er weist auf die Rolle Saladin Ayyubis bei der Eroberung vieler Städte in Bilad-ı Şam hin, die sich in den Händen der Kreuzfahrer befanden, und geht auf politische Ereignisse im Zusammenhang mit der Familie Ayyubi ein (Band 2, S. 75).
Sein Einfluss auf spätere Autoren
Kazvinîs Einfluss ist auch bei späteren Autoren zu sehen. Es wurde die Ansicht vertreten, dass Dımaşkîs Geographiebuch, selbst in Bezug auf Wissen und kritischen Geist, eigentlich eine Kompilation von Kazvinîs Buch ist (Band 2, S. 34). Spätere Autoren wie İbn el-Verdî haben direkte Zitate aus seinen Werken übernommen (Band 2, S. 85).
Quellen
Band 2: Weqfa Ban — Cilt 2 (2023)
Autoren: İbrahim İbrahimî, Hakan Can
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Die Quellen stammen aus der Reihe „Kürt Tarihinin Kaynakları“ (Quellen der kurdischen Geschichte). Reihenherausgeber: Nurettin Beltekin, Serdar Şengül, Ercan Çağlayan.
Verwandte Einträge
Dieser Artikel wurde aus Fragen an unser Archiv zusammengestellt und von einem Fachakademiker geprüft und freigegeben. Alle Angaben sind mit Band und Seite belegt.