PersonExpertengeprüft
İzzeddin İbn Şeddâd
Andere Namen: İzzeddin, Ensarî Halepî
İzzeddin İbn Şeddâd war ein Bürokrat, Historiker und Geograph, der in den Ayyubiden- und Mamlukenperioden lebte (gest. 684/1285). Er ist bekannt für sein Werk el-A‘lâkü’l-Hatîre fî Zikri Ümerâi’ş-Şâm ve’l-Cezîre, das sich mit den Emiren von Damaskus und al-Dschazira befasst, und ist eine Primärquelle, die persönlich Zeuge der Region unter der Bedrohung durch Mongolen und Kreuzfahrer war.
Leben und Aufgaben
İbn Şeddâd, der in Aleppo in den Künsten der Korrespondenz (kitâbet) und des Kanzleiwesens (inşâ) ausgebildet wurde, trat in den Dienst des Ayyubiden-Herrschers von Aleppo, al-Malik an-Nasir Yusuf, und diente als dessen Sekretär (Band 1, S. 184). Der Autor, der in Aleppo als Sonderbeauftragter zur Beilegung von Streitigkeiten zwischen den dem Sultan unterstellten Emiren eingesetzt wurde, trat auch als administrativer Akteur hervor (Band 2, S. 31). Nachdem er die Familie des Herrschers von Damaskus nach Aleppo gebracht hatte, wurde er 657/1259 mit Friedensverhandlungen mit den Mongolen beauftragt, die Meyyâfârikîn (Silvan) belagerten; dies war eine der wichtigsten Streitigkeiten, an deren Lösung er beteiligt war (Band 1, S. 185; Band 2, S. 31).
Nach dem Scheitern der Verhandlungen und der mongolischen Invasion Nordsyriens floh er 659/1261 nach Ägypten. In Ägypten genoss İbn Şeddâd die Gunst des Mamluken-Sultans Baybars und seiner Nachfolger, kehrte erst 669/1271 nach Syrien zurück, als er Baybars auf einem Feldzug begleitete; später kehrte er nach Ägypten zurück und starb in Kairo (Band 1, S. 185).
Sein Werk und Informationen über die Kurden
Sein wichtigstes Werk ist el-A‘lâkü’l-Hatîre. Der Autor, der in einer Zeit lebte, als Mongolen und Kreuzfahrer die islamischen Gebiete bedrohten, legte in seinen Werken Wert darauf, Informationen aus erster Hand zu geben, die auf seinen eigenen Zeugnissen basieren (Band 1, S. 185). Sein Werk enthält reiches Material über die Kurden: er verwendete den Ausdruck „Kürtler“ (Kurden) häufig in allen drei Teilen seines Buches und widmete diesem Thema besonders im dritten Teil viel Raum (Band 2, S. 33). Als er von der Stadt Şuster/Şuşter in Huzistan und dem Lor Dağı sprach, das zwischen İsfahan und dieser Stadt liegt, bezeichnete er dieses Gebirge als die Heimat der Kurden und erwähnte auch Siedlungen wie Makil Kurd Kuve (Band 2, S. 31). Darüber hinaus erwähnte er Pilgerstätten, die kurdische Gelehrte und Heilige repräsentieren, wie die İsa Kurdî Hakarî Camii, die Harat el-Ekrad (Kürt Mahallesi) Camii in der Nähe von Halep und Hısn’ül-Ekrad (Band 2, S. 33).
Einfluss auf spätere Historiker
Seine Werke waren eine wichtige Quelle für spätere Historiker. Historiker wie Nuaymî nutzten die von ihm gegebenen Informationen über Medresen und Mudarris in der Ayyubidenzeit (Band 1, S. 198); auch ‘Aynî profitierte in den Abschnitten über die Ayyubidenzeit von den Werken İbn Şeddâds, neben denen von Kâdî el-Fâzıl, İmâdüddîn el-İsfahanî, İbnü’l-Esîr und Ebû Şâme (Band 1, S. 201).
Quellen
Band 1: Weqfa Ban — Cilt 1 (2023)
Autoren: Muhammet Yücel, Abdurrahman Acar, Nevzat Keleş, Hakan Can, Yusuf Baluken, Bedrettin Basuğuy
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Band 2: Weqfa Ban — Cilt 2 (2023)
Autoren: İbrahim İbrahimî, Hakan Can
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Die Quellen stammen aus der Reihe „Kürt Tarihinin Kaynakları“ (Quellen der kurdischen Geschichte). Reihenherausgeber: Nurettin Beltekin, Serdar Şengül, Ercan Çağlayan.
Verwandte Einträge
Dieser Artikel wurde aus Fragen an unser Archiv zusammengestellt und von einem Fachakademiker geprüft und freigegeben. Alle Angaben sind mit Band und Seite belegt.